Eine Spieldose / Spieluhr ist ein mechanisches Musikinstrument.
Es begann mit der Erfindung der sogenannten Zungenspielwerke Mitte des 18 Jahrhunderts.
Die meisten dieser Spielwerke wurden in der Schweiz in der Nähe von Genf gebaut.
Jede Tonzunge mußte einzeln angefertigt, abgestimmt und dann auf den Zungenbalken aufgeschraubt werden. Eine recht mühsehlige Arbeit.
1790 gelang es, 4 bis 5 Tonzungen aus einem Stück anzufertigen, was schon eine große Verbesserung war.
Durch ein besonderes Verfahren konnte 1810 ein Spielkamm mit einer neuen Arbeitsweise so hergestellt werden daß nur noch das Abstimmen der einzelnen Zungen nötig war.
Ein Spielkamm ist ein Objekt aus Stahl in der Form eines Kammes mit abgestuften Zähnen
von kurz nach lang. Diese Zähne dienen als Tonzungen. Jede Tonzunge wird auf einem bestimmten Ton abgestimmt.
Ein drehender Zylinder der mit Stahlstiften besetzt ist, tastet diese Zungen ab und bringt sie in Schwingung, wodurch eine bestimmte Melodie entsteht.
Die zart spielenden Werke traten einen Siegeszug in die ganze Welt an.
In allen Ausfuhrungen finden wir sie: als Spieldose im Holzkasten, als Spieluhren, eingebaut
in Schmuckkästchen oder in Dosen mit tanzenden Puppen usw.
1885 wurde die Plattenspieldose entwickelt.
Durch eine spezielle Technik gelang es, in eine runde Stahlplatte Haken zu stanzen. Diese tasteten die Tonzungen des Kammes ab und erzeugten so die Melodie. Diese Platten konnte man auswechseln.
So konnte man bei einer Spieldose eine Sammlung Platten anschaffen und verschiedene
Musikstücke hören, im Gegensatz zu den Zylinderspieldosen wobei die Auswahl der Musik beschränkt war.
Die Spieldose war also der Vorläufer des Grammophons.
Von all diesen Spielwerken wurden große Serien hergestellt. Im Laufe der Zeit gingen viele
Exemplare wieder verloren, doch sind noch genügend bewahrt geblieben. Wir können sie in Privatsammlungen und Museen finden, leider oft in sehr schlechtem Zustand.
Spieldosen können auch, wenn sie alt und schwer beschädigt sind, perfekt restauriert
werden.
